Leitfaden-Typ: Praktischer Guide | Zuletzt aktualisiert: August 2026 | Saison: Mai – Oktober
In den kroatischen Nationalparks ist freies Ankern in den meisten Buchten inzwischen verboten oder stark eingeschränkt — nicht aus Bürokratie, sondern weil die Posidonia-Seegraswiesen am Grund jeden Ankerwurf um Jahrzehnte zurückwerfen. Die Lösung sind Bojenfelder: fest installierte Festmacher, die den Grund schonen und dem Captain die Nacht ohne Ankerwache ermöglichen.
Dieser Guide zeigt, wo in Kroatien die besten Bojenfelder liegen — in Nationalparks, an Restaurants und in beliebten Buchten —, was sie kosten und wie man vorab reserviert.
Auf einen Blick
| Bucht | Ort | Betreiber | Restaurant vor Ort | Gebühr |
|---|---|---|---|---|
| Mrtovac | Kaprije | Restaurant Spirito | Ja | im Bootsservice inkl. |
| Mala Farska / Grpašćak | Telaščica (NP) | Nationalpark | Ja, saisonal | Parkticket + Boje |
| Ravni Žakan | Kornati (NP) | Nationalpark/Konoba | Ja | Parkticket + Boje |
| Polače | Mljet (NP) | Nationalpark | Ja | Parkticket + Boje |
| Pomena | Mljet (NP) | Nationalpark | Ja | Parkticket + Boje |
| Uvala Soline | Brijuni (NP) | Nationalpark | Nein | Parkticket + Boje |
| Vinogradišće | Palmižana, Pakleni | Restaurant/privat | Ja | ca. 30–50 € |
Warum Bojen statt Ankern
Posidonia oceanica — die Adria-Seegraswiese — wächst nur wenige Zentimeter pro Jahr und speichert enorme Mengen CO₂. Ein einziger Ankerwurf kann eine Wiese zerreißen, die Jahrzehnte zum Nachwachsen braucht. Deshalb ist Ankern in den Kernzonen der Nationalparks Kornati, Mljet und Brijuni entweder verboten oder auf ausgewiesene Sandflächen beschränkt — Bojen sind dort die Regel, nicht die Ausnahme. Nebenbei sind sie auch praktisch angenehmer: kein Ankerwurf, kein nächtliches Schwoje-Problem mit Nachbarbooten, meist bessere Haltekraft bei Bora.
Nationalpark-Bojenfelder
Telaščica (Dugi Otok) — Bojen in Mala Farska und Grpašćak
Die Bucht Telaščica selbst liegt außerhalb der eigentlichen Kornati-Inseln, gehört aber zum gleichnamigen Naturpark. In den Seitenarmen Mala Farska und Grpašćak liegen die offiziellen Bojenfelder, dazu ein einfaches Restaurant an Land.
Praxis: Parkticket wird bei Einfahrt kassiert (saisonal), Bojengebühr kommt dazu. In der Hochsaison ab Mittag oft belegt — früh anlaufen.
Ravni Žakan (Kornati) — Bojen direkt vor der Konoba
Im Herzen des Kornati-Archipels liegt eines der bekanntesten Bojenfelder des Parks vor Ravni Žakan, direkt vor Konoba Piccolo. Ideal, um die kargen Kornati-Inseln zu erleben, ohne die Ankerkette in Seegras zu versenken.
Praxis: Reservierung in der Hochsaison empfehlenswert, telefonisch über die Konoba möglich.
Polače und Pomena (Mljet) — die zwei Tore zum Nationalpark
Der Mljet-Nationalpark im Westen der Insel Mljet mit seinen Salzseen ist nur über die Bojenfelder in Polače oder Pomena zugänglich. Beide Buchten bieten geschützte Liegeplätze, kurze Wege zu den Seen und Restaurants direkt am Wasser.
Praxis: Parkticket gilt für den gesamten Aufenthalt im Nationalpark, Bojengebühr separat. Pomena ist meist etwas ruhiger als Polače.
Uvala Soline (Brijuni) — Bojenpflicht im Archipel
Der Brijuni-Archipel vor Pula ist vollständig Nationalpark; freies Ankern ist praktisch überall untersagt. Die Bucht Uvala Soline auf der Hauptinsel Veli Brijun bietet das zentrale Bojenfeld für Yachten, die den Park besuchen — inklusive der römischen Ruinen und des safariartigen Wildgeheges an Land.
Praxis: Anmeldung beim Parkbüro erforderlich, Besuchszahlen limitiert — vorab telefonisch klären.
Restaurant-Bojen
Mrtovac (Kaprije) — Spirito legt die Bojen für Sie aus
Auf der winzigen Insel Kaprije, 15 Kilometer südwestlich von Šibenik, betreibt das Restaurant Spirito 20 Bojen in der Bucht Mrtovac und 15 weitere in der Nachbarbucht Nozdra Vela — samt kostenlosem Shuttle vom Ankerplatz zum Steg. Mrtovac ist gut geschützt vor Süd- und Westwind und liegt genau auf der Route zwischen Šibenik und den Kornaten.
Praxis: Bojenreservierung telefonisch unter +385 91 883 8841. Geöffnet täglich 10–24 Uhr, Mai bis Oktober.
Vinogradišće (Palmižana) — Boje mit Kiefernduft
Vor Palmižana auf den Pakleni-Inseln betreiben mehrere Restaurants (darunter Konoba Mate und Laganini) private Bojen in der Bucht Vinogradišće. Wer hier festmacht, sitzt wenige Minuten später unter Pinien beim Mittagessen — der Klassiker unter den Yacht-und-Lunch-Kombinationen in Kroatien.
Praxis: Ab Mitte Juni bis August vor 13 Uhr da sein, sonst ist das Feld voll.
Wie man eine Boje reserviert
- Vorab anrufen: Restaurant-Bojen (Spirito, Palmižana) lassen sich telefonisch reservieren — besonders in der Hochsaison sinnvoll.
- VHF nutzen: In den Nationalparks meldet sich das Parkpersonal auf dem lokalen Arbeitskanal; Ihr Captain kennt die aktuellen Kanäle.
- Bargeld bereithalten: Viele Bojenfelder kassieren noch bar vor Ort, auch wenn Kartenzahlung zunimmt.
- Leine und Festmacher prüfen: Vor dem Festmachen die Bojenleine auf Zustand prüfen — in abgelegenen Feldern variiert die Wartung.
- Alternative im Kopf behalten: Ist ein Feld voll, gibt es fast immer eine Ankerbucht in der Nähe außerhalb der Kernzone — Ihr Captain plant das ein.
Was kostet eine Boje?
Nationalpark-Bojen kosten zusätzlich zum Parkticket meist zwischen 15 und 40 € pro Nacht, je nach Park und Yachtgröße. Restaurant-Bojen wie in Mrtovac sind oft im Service inbegriffen oder liegen bei 30–50 €, teils mit Verrechnung auf die Restaurantrechnung. Für Superyachten gelten in einigen Feldern höhere Sätze — bei der Reservierung nach der Größenklasse fragen.
Nationalparks und Bojenfelder in Ihre Route einplanen?
Unsere Crew kennt die aktuellen Bojenfelder, Reservierungen und Alternativrouten bei vollen Feldern.
Weiterführend auf Splendid.hr
- Die besten Restaurants per Yacht — inkl. Spirito auf Kaprije
- Brijuni-Nationalpark: Segel-Guide
- Die schönsten Ankerbuchten Kroatiens