Der Kornati Nationalpark zählt zu den sten Segelrevieren im gesamten Mittelmeer. Wer den Kornati Nationalpark mit der Yacht erkundet, entdeckt ein Archipel aus 89 Inseln, Inselchen und Riffen, die sich über eine Fläche von rund 220 Quadratkilometern erstrecken. Die karge Schönheit dieser Inselwelt mit ihren steilen Klippen, versteckten Buchten und dem en Wasser macht jeden Segeltörn zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Inhaltsverzeichnis:

  • Warum der Kornati Nationalpark mit der Yacht erkunden
  • Die 89 Inseln: Geografie und Besonderheiten
  • Navigation und Routenplanung im Kornati Nationalpark per Yacht
  • Ankerplätze und Übernachtungsmöglichkeiten
  • Gebühren, Vorschriften und praktische Informationen
  • Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Katamaran Segeln durch Kornati Inseln Kroatien
Katamaran-Charter durch die Kornati-Gewässer — der beste Weg, das Archipel zu erleben

Die Kornaten liegen in der Region Norddalmatien zwischen Šibenik und Zadar und bilden die dichteste Inselgruppe im gesamten Mittelmeerraum. Bereits der irische Schriftsteller George Bernard Shaw schwärmte einst, dass Gott am letzten Tag der Schöpfung aus Tränen, Sternen und seinem Atem die Kornaten erschaffen habe.

Warum der Kornati Nationalpark mit der Yacht erkunden

Eine Yacht bietet die beste Möglichkeit, die Kornaten authentisch zu erleben. Die meisten Inseln sind unbewohnt und nur vom Meer aus erreichbar. Die wenigen Konobas (traditionelle Gaststätten) werden ausschließlich per Boot beliefert und bedient. Mit der eigenen oder gecharterten Yacht genießen Sie absolute Freiheit bei der Routenplanung und können abgelegene Ankerplätze ansteuern, die größere Ausflugsboote nicht erreichen.

Das Segelrevier eignet sich hervorragend für Crews unterschiedlicher Erfahrungsstufen. Die Distanzen zwischen den Inseln sind überschaubar, die Navigation ist bei guter Sicht unkompliziert, und zahlreiche geschützte Buchten bieten sichere Ankerplätze. Allerdings erfordert die Navigation zwischen den vielen Riffen und Untiefen aufmerksame Kartenarbeit und idealerweise moderne Navigationshilfen.

Die 89 Inseln: Geografie und Besonderheiten

Der Nationalpark umfasst offiziell 89 Inseln, wobei nur die beiden größten – Kornat und Žut – dauerhaft bewohnt sind. Die Gesamtfläche des Parks beträgt 220 Quadratkilometer, wovon drei Viertel auf Meeresfläche entfallen. Die charakteristischen steilen Klippen an den Außenseiten der Inseln – die sogenannten „Kronen“ – fallen bis zu 80 Meter senkrecht ins Meer ab und bieten spektakuläre Anblicke.

Steinpyramide mit Kornati Inseln Panorama
Blick über die kargen Kornati-Inseln — 89 Inseln erstrecken sich über 220 km²

Die wichtigsten Inseln für Yachtfahrer

Die Insel Kornat selbst ist mit 25 Kilometern Länge die größte des Archipels. An ihrer Südwestküste finden Sie die sten Steilwände. Die Insel Žut im nördlichen Teil bietet mehrere gute Ankerplätze, darunter die geschützte Bucht Hiljača. Kleinere Inseln wie Smokvica, Levrnaka und Piškera verfügen über Konobas, die frischen Fisch und lokale Spezialitäten servieren.

Besonders erwähnenswert ist die Insel Mana mit ihren bizarren Felsformationen und der kleinen byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert. Die Insel Lavsa beherbergt Überreste einer frühchristlichen Basilika. Diese historischen Stätten sind stumme Zeugen einer Zeit, als die Kornaten dichter besiedelt waren als heute.

Geologische Besonderheiten

Die Kornaten bestehen hauptsächlich aus Kalkstein und Dolomit. Die charakteristische karge Vegetation – überwiegend Macchia und vereinzelte Olivenbäume – entstand durch jahrhundertelange Beweidung mit Schafen. Die Inseln erscheinen grau-weiß und bilden einen faszinierenden Kontrast zum tiefblauen Meer. Durch Erosion entstanden über Jahrtausende die markanten Formen und Strukturen, die das Archipel so einzigartig machen.

Felsige Klippen Kornati Nationalpark vom Boot
Die markanten Kalksteinklippen der Kornaten — durch Jahrtausende der Erosion geformt

Navigation und Routenplanung im Kornati Nationalpark per Yacht

Eine durchdachte Routenplanung ist entscheidend für einen gelungenen Törn durch die Kornaten. Die meisten Segler starten von Šibenik aus, wo sich mit der D-Marin Mandalina eine moderne Marina als ideale Ausgangsbasis anbietet. Von dort erreichen Sie die nördlichen Kornaten nach etwa drei bis vier Stunden Fahrt. Alternativ eignen sich auch Split oder die Marina in Biograd na Moru als Startpunkte.

Luftaufnahme Kornati Klippen und Speedboot
Navigationsroute entlang der Kornati-Klippen — Luftaufnahme zeigt die dramatische Küstenlinie

Die klassische Route führt durch den Kornatski Kanal, die Hauptschifffahrtsstraße zwischen den Inseln. Dieser Kanal verläuft in Nord-Süd-Richtung und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Steilküsten. Für eine einwöchige Charter sollten Sie täglich nicht mehr als 15 bis 20 Seemeilen einplanen, um ausreichend Zeit zum Ankern, Schwimmen und Erkunden zu haben.

Navigationshilfen und Gefahrenstellen

Aktuelle Seekarten sind unverzichtbar. Besonders die Gewässer um Piškera und südlich von Žut weisen zahlreiche flache Stellen und Riffe auf. Bei Südwind (Jugo) können die Wellengänge an den Außenseiten der Inseln deutlich zunehmen. Die Nordwestseiten der Inseln bieten dann besseren Schutz. Bei Nordwind (Bura) verhält es sich umgekehrt – dann sollten Sie die Südostseiten bevorzugen.

GPS und Kartenplotter erleichtern die Navigation erheblich, ersetzen jedoch nicht die visuelle Aufmerksamkeit. Viele Untiefen sind gut sichtbar durch ihre türkisfarbene Färbung des Wassers. Halten Sie stets Ausguck und reduzieren Sie die Geschwindigkeit in unbekannten Gewässern.

Beste Reisezeit

Die optimale Saison für einen Yachttörn erstreckt sich von Mai bis Oktober. Juni und September gelten als beste Monate: angenehme Temperaturen um 25 Grad, moderater Wind und deutlich weniger Andrang als im Hochsommer. Im Juli und August können die Ankerplätze überfüllt sein, und die Temperaturen übersteigen häufig 30 Grad. Im Frühjahr und Herbst ist die Wahrscheinlichkeit für Schlechtwetter zwar höher, dafür erleben Sie die Kornaten nahezu für sich allein.

Ankerplätze und Übernachtungsmöglichkeiten

Der Nationalpark bietet zahlreiche Ankerplätze unterschiedlicher Qualität. Während einige Buchten bei jedem Wetter sicher sind, eignen sich andere nur bei bestimmten Windrichtungen. Die Marina Piškera ist die einzige Marina innerhalb des Nationalparks und verfügt über etwa 120 Liegeplätze mit grundlegender Infrastruktur.

Die schönsten Buchten zum Ankern

Die Bucht Lojena auf der Insel Levrnaka gilt als einer der schönsten Ankerplätze. Bei Nordwinden bietet sie perfekten Schutz, und die gleichnamige Konoba serviert ausgezeichneten frischen Fisch. Die Bucht Vrulje auf der Südseite von Kornat punktet mit em Wasser und einem sandigen Grund, der guten Halt bietet.

Tourist am Steinbogen Kornati Aussichtspunkt
Natursteinbogen mit Panoramablick — einer der vielen versteckten Aussichtspunkte im Kornati-Archipel

In der Telašćica-Bucht südlich der Kornaten finden Sie einen der bestgeschützten Naturhäfen der Adria. Die Bucht liegt bereits außerhalb des Nationalparks, aber viele Crews nutzen sie als Ausgangspunkt. Weitere empfehlenswerte Ankerplätze sind die Bucht Opat auf Kornat, die Bucht Statival sowie die bereits erwähnte Bucht Hiljača auf Žut.

Konobas und Verpflegung

Auf mehreren Inseln betreiben einheimische Familien traditionelle Konobas, die während der Saison geöffnet sind. Diese einfachen Restaurants werden ausschließlich vom Meer aus versorgt und bieten authentische dalmatinische Küche. Lamm vom Grill, frischer Fisch und Octopussalat gehören zu den Spezialitäten. Eine Reservierung ist in der Hochsaison empfehlenswert.

Wichtig zu wissen: Auf den Inseln gibt es keine Geschäfte. Sämtliche Vorräte müssen Sie vor der Einfahrt in den Nationalpark bunkern. Die Märkte in Šibenik bieten eine hervorragende Auswahl an frischen Produkten, Brot und lokalem Käse.

Gebühren, Vorschriften und praktische Informationen

Für das Befahren des Nationalparks sind Gebühren zu entrichten. Die Höhe richtet sich nach der Länge der Yacht und der Aufenthaltsdauer. Eine 40-Fuß-Yacht zahlt für einen Tag etwa 800 Kuna (circa 105 Euro), für eine Woche rund 2.800 Kuna (circa 370 Euro). Die Preise werden jährlich angepasst. Tickets können Sie an den Eingangsstationen bei Piškera oder Žut erwerben, oder vorab online über die offizielle Website des Nationalparks buchen.

Wichtige Verhaltensregeln

Im Nationalpark gelten strenge Umweltschutzvorschriften. Das Ankern ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. Feuermachen an Land ist generell verboten – die Waldbrandgefahr ist im Sommer extrem hoch. Müll muss selbstverständlich wieder mitgenommen werden. Fischen ohne entsprechende Genehmigung ist untersagt und wird mit empfindlichen Strafen geahndet.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung innerhalb des Parks liegt bei 12 Knoten. In bestimmten Zonen, insbesondere in der Nähe von Badebuchten, gilt Tempo 6 Knoten. Die Parkranger kontrollieren regelmäßig und verhängen bei Verstößen teils drastische Bußgelder.

Verbindung mit anderen Destinationen

Ein Törn durch die Kornaten lässt sich hervorragend mit Besuchen anderer dalmatinischer Highlights kombinieren. Hvar mit seinem mondänen Hafen liegt etwa 40 Seemeilen südlich. Die ursprüngliche Insel Vis, einst militärisches Sperrgebiet, beeindruckt mit ihrer unberührten Natur. Korčula, die vermutete Geburtsstadt Marco Polos, lohnt einen mehrtägigen Aufenthalt.

Nördlich der Kornaten bietet die historische Stadt Šibenik kulturelle Sehenswürdigkeiten, allen voran die zum UNESCO-Welterbe gehörende Kathedrale des heiligen Jakob. Die Region um Šibenik eignet sich auch als Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Krka-Wasserfällen. Weiter südlich erreichen Sie nach mehrtägiger Fahrt Split mit dem en Diokletianpalast oder das berühmte Dubrovnik.

Verwandte Yacht-Routen: Beliebte Charter-Anschluss-Destinationen sind Hvar, Vis, Korčula, Split, Dubrovnik, Šibenik. Mehr Details in unseren Routen-Guides.

Segelboot Luftaufnahme Kornati Gewässer Kroatien
Unter vollen Segeln durch die Kornati-Gewässer — Luftaufnahme

Kornati per Yacht erleben — Charter ab Šibenik

Unsere Basis in D-Marin Mandalina (Šibenik) liegt nur 20 Seemeilen von den Kornaten entfernt — der ideale Startpunkt für Ihren Kornati-Törn. Skippered oder Bareboat Charter verfügbar.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Tage sollte man für die Kornaten einplanen?

Für einen entspannten Törn durch die Hauptattraktionen des Kornati Nationalparks empfehlen sich mindestens vier bis fünf Tage. In einer Woche können Sie die schönsten Buchten erkunden, mehrere Konobas besuchen und auch einige der kleineren, abgelegeneren Inseln ansteuern. Wer alle 89 Inseln sehen möchte, benötigt deutlich mehr Zeit und sollte zwei Wochen einplanen.

Benötige ich einen Bootsführerschein?

Ja, für das Führen einer Yacht in kroatischen Gewässern ist ein gültiger Bootsführerschein erforderlich. Der deutsche Sportbootführerschein See wird in Kroatien anerkannt. Zusätzlich benötigen Sie ein UKW-Funkzeugnis. Charter-Unternehmen verlangen zudem einen Nachweis über ausreichende Segelerfahrung, typischerweise in Form eines Logbuchs oder eines Segelscheins.

Gibt es Wasserversorgung im Nationalpark?

Nur die Marina Piškera verfügt über Wasseranschlüsse. An den Ankerplätzen und in den Buchten gibt es keine Süßwasserversorgung. Planen Sie Ihren Wasserverbrauch sorgfältig und füllen Sie die Tanks vor der Einfahrt in den Park vollständig auf. Ein sparsamer Umgang mit Wasser ist während des gesamten Aufenthalts ratsam.

Kann man die Kornaten auch als Anfänger segeln?

Mit gewissen Einschränkungen ja. Das Revier gilt bei gutem Wetter als moderat anspruchsvoll. Die Distanzen sind überschaubar, und geschützte Buchten bieten sichere Ankermöglichkeiten. Allerdings erfordern die vielen Untiefen und Riffe aufmerksame Navigation. Anfänger sollten idealerweise einen erfahrenen Skipper an Bord haben oder zumindest über gute Grundkenntnisse in Navigation und Ankermanövern verfügen.

Welche Windverhältnisse herrschen in den Kornaten?

Der häufigste Wind ist der Maestral, eine thermische Brise aus Nordwest, die typischerweise am späten Vormittag einsetzt und bis zum Abend weht. Er bringt angenehme Segelbedingungen mit 10 bis 20 Knoten. Der Jugo (Südwind) kündigt sich oft durch diesiges Wetter an und kann mehrere Tage anhalten. Die gefürchtete Bura (Nordostwind) tritt hauptsächlich im Winter und Frühjahr auf, kann aber auch im Sommer plötzlich auftreten und Windstärken über 40 Knoten erreichen.

Lohnt sich ein Besuch außerhalb der Hauptsaison?

Absolut. Mai, Juni und September bieten ideale Bedingungen mit angenehmem Wetter und deutlich weniger Yachten an den Ankerplätzen. Die Temperaturen sind mild, das Wasser ist bereits warm genug zum Schwimmen, und die Preise für Charteryachten liegen unter denen der Hochsaison. Allerdings haben einige Konobas außerhalb der Hauptsaison geschlossen, und das Wetter kann wechselhafter sein.